Für uns Schweizer Medienverleger ist die Frage, ob Medienverlage Wirtschaftsunternehmen oder Non-Profit-Organisationen sind, sozusagen unentschieden: Es ist ein Spektrum. Zentral ist, dass die Medien flexibel sind im Hinblick auf neue (und alte) Finanzierungsformen, welche die journalistische Arbeit ermöglichen, ohne die innere Medienfreiheit einzuschränken. Der „Gemeinwohlbeitrag“ der kleinen und mittleren Medien ist klar: Wir arbeiten für und mit einer informierten Bevölkerung, ohne die es keine aktive und aufgeklärte Demokratie geben kann. Bei der Vermittlung unserer gesellschaftlichen Leistungen hilft uns der argumentative und praktische Baukasten der Nonprofit-Organisationen: Auch wir können klar kommunizieren zu unserer Eigentümerstruktur und zur wirtschaftlichen Situation des Medienverlags, und wir nutzen Fundraising, Community Management, Partnerschaften mit Stiftungen, um unsere Existenz zu sichern und dafür zu sorgen, dass wir unsere gesellschaftlich relevante Arbeit auch in Zukunft leisten können. Das alles ist für viele neu, könnte aber für die Medienzukunft „matchentscheidend“ sein, wie wir in der Schweiz sagen.

Camille Roseau

WOZ

Camille Roseau ist gelernte Verlagskauffrau und diplomierte Spezialistin für Nonprofit-Management. Seit 2008 ist sie Co-Leiterin Marketing der Wochenzeitung WOZ, der größten konzernunabhängigen Zeitungsgenossenschaft der Schweiz. Zusammen mit dem Journalisten Simon Jacoby von Tsüri.ch präsidiert sie den Verband Medien mit Zukunft, einen Verleger:innenverband, der die politischen Interessen kleiner und mittlerer Schweizer Medienunternehmen vertritt und diese untereinander vernetzt. Zudem ist sie Präsidentin des Journafonds, eines Vereins zur Finanzierung journalistischer Recherchen.

Foto: WOZ

Die Lösung

Wie kann gemeinnütziger oder gemeinwohlorientierter Journalismus funktionieren? Hier formulieren Vordenker:innen aus der Medienbranche inspirierende Gedanken zu Lösungsansätzen, mit denen wir den Journalismus besser machen können.