Zwischen Schutzanspruch und digitaler Ohnmacht: Die Debatte um Social-Media-Verbote für Jugendliche verkennt, wie tief vernetzte Medien längst zum Alltag gehören – und wie überfordert Eltern, Schulen und Politik mit dieser Realität sind.
Medienschaffende schaufeln sich mit der Nutzung von KI selbst ein Grab. Rette, wer kann, kritisches Urteilsvermögen und Glaubwürdigkeit.
Was fehlt, wenn Journalismus nur ein Projekt ist? Zunächst: Kontinuität. Dann: Verlässlichkeit. Schließlich: die kommunikative Infrastruktur, ohne die demokratische Selbstverständigung nicht funktioniert. Die deutsche Demokratieförderung hat in den letzten Jahren Milliarden investiert – in Haltungen, Beteiligung, Prävention. Was sie dabei übersehen hat, ist die Frage, durch welche Kanäle, Plattformen und Praktiken Demokratie überhaupt erfahrbar wird.
Plattformen distribuieren, Algorithmen priorisieren, KI-Assistenten antworten. Redaktionen verlieren Reichweite, Trainingsdaten und Deutungshoheit über das eigene Material. Gemeinwohl-KI ist der Versuch, diese Infrastruktur dem öffentlichen Interesse zurückzugeben: durch kollektive Governance, faire Lizenzmodelle und Strukturen, die länger als kurz getaktete Projektlaufzeiten tragen. Eine der drängendsten Fragen unserer Medienordnung, und womöglich eine Schicksalsfrage für den Journalismus.
Leif Kramp, ZeMKI, Universität Bremen, und Stephan Weichert, VOCER Institut für Digitale Resilienz
Alexander von Streit, Gründer und Herausgeber Krautreporter.
Wie geht gemeinwohlorientierter Journalismus in der Praxis? Wir beleuchten bestehende und in Gründung befindliche Innovations-Projekte im Journalismus. Diesmal: Reflekt.
Wenn Journalismus im KI-Zeitalter relevant bleiben soll, muss er wieder dort präsent sein, wo Menschen Öffentlichkeit tatsächlich erleben: in sozialen Räumen, direkter Begegnung und Dritten Orten. Ein Beitrag von Alexander von Streit.
Die anhaltende Debatte über die Förderung von Gemeinnützigkeit im Journalismus kommt an einer Perspektive nicht mehr vorbei: Inzwischen rückt mit Vehemenz die digitale Versorgungsstruktur selbst in den Vordergrund und verändert, wie das Prinzip der Gemeinwohlorientierung im Mediensektor gedacht werden kann, um erfolgreich zu sein.
Am 5. Mai begehen Verlage in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg den Tag des Lokaljournalismus. Damit Lokaljournalismus auch unter unablässigem Druck bestehen kann, sollten wir ihn als lokale Infrastruktur der Demokratie verstehen. Das verlangt nach kooperativen Modellen, Gründermut und Verbündeten weit jenseits des Verlagsgeschäfts.
Jetzt Förderung finden
In der NPJ-Datenbank befinden sich zurzeit Steckbriefe zu über 100 Förderorganisationen, die für die Finanzierung von Journalismus interessant sein können. Manche fördern Journalismus explizit, bei anderen können sich aufgrund der inhaltlichen Ausrichtung zahlreiche Anknüpfungspunkte gerade für gemeinwohlorientierte Journalismus-Projekte ergeben.

















