Immer mehr Medienhäuser setzen auf Künstliche Intelligenz, wie in den USA kündigen sich inzwischen in Deutschland erste Entlassungswellen in den Redaktionen an. In der Branche hat mit dem Hype um ChatGPT vor über einem Jahr ein Wettlauf um den „KI-Superprompter“ begonnen, der einige Monate später schon wieder obsolet war. Synthetische Inhalte sind für Journalist:innen aus meiner Sicht Verheißung und Geißel zugleich. Was uns zu mehr Resilienz verhilft: Ausgeruhte Einordnungen und keine Schnellschüsse in der KI-Nutzung, kluge Einbettungen in größere ökonomische, juristische und ethische Zusammenhänge. Das kann zum Beispiel in Weiterbildungen geschehen, die über reine Technikspielereien hinausgehen. Eine ganzheitliche Lösung wäre, KI-Resilienz ins Gemeinwohl zu denken und danach zu handeln – ohne den Zugriff der Big Tech Industrie und unter strengen berufsethischen Vorgaben. Das wäre für uns Journalist:innen ein klarer Vorteil.

Stephan Weichert

VOCER Institut für Digitale Resilienz

Dr. Stephan Weichert ist Medien- und Kommunikationswissenschaftler. Gemeinsam mit dem Journalisten Alexander von Streit leitet er das unabhängige gemeinnützige VOCER Institut für Digitale Resilienz. Er ist Geschäftsführer und Leiter der Bildungsprogramme in der DIALODGE, einem neuen Resilienz- und Demokratiezentrum in Mustin bei Ratzeburg (Schleswig-Holstein) sowie Ko-Projektleiter des von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM) geförderten Forschungs- und Datenbankprojekts NPJ.news, das sich mit gemeinnützigem Journalismus befasst.

Foto: Martin Kunze

Die Lösung

Wie kann gemeinnütziger oder gemeinwohlorientierter Journalismus funktionieren? Hier formulieren Vordenker:innen aus der Medienbranche inspirierende Gedanken zu Lösungsansätzen, mit denen wir den Journalismus besser machen können.